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Kaufvertrag mit aufschiebender Wirkung

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In vielen Fällen ist ein Kaufvertrag mit aufschiebender Wirkung ein gutes Instrument, um einen problematischen Immobilienverkauf doch unter Dach und Fach zu bringen.

Ein Beispiel aus der Praxis:
Ein Kunde hatte seine Traumimmobilie gefunden, doch plötzlich drohte der Immobilienkauf zu platzen. Der Verkäufer der Immobilie konnte seine bestehende Finanzierung nur gegen eine horrende Vorfälligkeitsentschädigung ablösen. Statt der geplanten 10.000 EUR, wollte die im Grundbuch eingetragene Gläubigerin (HVB) nunmehr 25.000 EUR Entschädigung für die vorzeitige Auflösung des Darlehensvertrages. Unter diesen Voraussetzungen wollte der Verkäufer vom Verkauf der Immobilie zurücktreten. Durch den Abschluss eines notariellen Kaufvertrages mit aufschiebender Wirkung konnte der Käufer den Immobilienkauf doch verwirklichen.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  1. Der Käufer hat sich sein Traumobjekt gesichert. Durch die aufschiebende Wirkung hat er noch etwas Zeit, mehr Eigenkapital anzusparen, die bestehenden Vorsorgeverträge auf die neue Situation umzustellen und seinen SCHUFA SCORE zu verbessern. Zudem kann er sich das derzeit (noch) günstige Zinsniveau durch ein sogenanntes Forwarddarlehen sichern.
  2. Der Verkäufer muss sich keinen neuen Käufer suchen. Er weiß verlässlich, dass er in zwei Jahren seinen Verkaufserlös erhält und die Bank dann keinen Anspruch mehr auf Vorfälligkeitsentschädigung hat. Das spart eine Menge Geld.
  3. Bei vermieteten Immobilien, wo das Vertragsverhältnis noch auf absehbare Zeit läuft, kann der Verkäufer durch diese Vertragsform bereits jetzt eine verbindlichen Käufer für seine Immobilie finden.

Damit ist der Kaufvertrag mit aufschiebender Wirkung oft eine gute Möglichkeit, sich mit seiner Immobilie zu verändern, ohne erhebliche finanzielle Nachteile durch eine Vorfälligkeitsentschädigung zu haben.

Foto von Sora Shimazaki von Pexels